Neurotransmitter & Co.
Cortisol
Cortisol ist ein Nebennierenhormon mit vielfältigen Wirkungen, es aktiviert den Stoffwechsel und beeinflusst den Fett- / Kohlenhydrat- und Proteinstoffwechsel. Bei körperlicher oder geistiger Stressbelastung wird Cortisol ausgeschüttet um die schnelle Energieversorgung zu gewährleisten und Stoffwechselvorgänge auf Stressreaktionen (usw. Flucht, Kampf) vorzubereiten.
Bei langanhaltender Stressbelastung wie sie heute oftmals im Alltagsleben zu finden sind, kann die übermäßige Ausschüttung von Cortisol zu dauerhaften Schäden am Organismus führen.
Proteinabbau durch Cortisol
Cortisol hemmt die Proteinsynthese und fördert katabole Prozesse, das heißt es werden Proteine in der Muskulatur, lymphatischem System und Knochen abgebaut um als freie Aminosäuren zur Energieverwertung zur Verfügung zu stehen. Desweiteren sinkt der Testosteronspiegel, was die katabolen Prozesse nochmals verstärkt.
Dieser Aspekt ist nicht nur für Sportler relevant, sondern betrifft durch die Unterdrückung des Immunsystems und zahlreiche andere Reaktionen jeden der Dauerstress ausgesetzt ist.
Folgen von dauerhaft erhöhten Cortisolspiegeln
- Förderung einer katabolen Stoffwechsellage durch gesteigerten Abbau von Protein und verringerte Synthese von neuem Protein.
- verringerte Ausschüttung von Testosteron und IGF-1
- Muskelschwäche
- Depression, Burnout, Fatigue, Schlafstörungen
- Gedächtnis und Konzentration werden negativ beeinflusst
- Bluthochdruck (erhöhter Kaliumverbrauch bzw. Ausscheidung)
- Hemmung der Immunreaktion, Verlangsamung von Heilungsprozessen
- Hemmung der Glukoseverwertung in den Zellen durch eingeschränkten Glukosetransport.
- Abnahme der Insulinsensibilität, dadurch erhöhtes Diabetesrisiko.
- Abbau von Knochensubstanz durch vermehrten Calcium- Abbau und verringerte Aufnahme.
- erhöhter Körperfettanteil, Umverteilung der Fettmasse (Konzentration auf Bauch und Rumpfbereich)
- Einschränkung der Schilddrüsenfunktion durch die Hemmung von TSH (thyroid stimulatin hormone) und wichtiger Enzyme.
Cortisoltagesrythmik
Die Cortisolkonzentration ist von der Tageszeit abhängig. Die höchsten Konzentrationen von
Cortisol findet man in den Morgenstunden (CAR - Cortisol Awakening Response).
Nach diesem morgendlichen Peak fällt die Cortisolkonzentration im tagesverlauf stark ab.
Die niedrigsten Cortisolkonzentrationen werden in den Abendstunden gemessen, somit wird der Körper auf die Ruhe- und Erholungsphase in der Nacht eingestimmt.
Die Cortisolauschüttung wird durch CRH (Corticotropin-Releasing Homon) und
ACTH (Adrenocorticotropes Hormon) gesteuert (CRH => ACTH => Cortisol).
Es spielen jedoch auch andere Hormone und Neurotransmitter wie Adrenalin, Noradrenalin, Dopamin, Serotonin, Glutamat eine entscheidende Rolle.
Die nachfolgende Grafik macht die komplexen Zusammenhänge zwischen Stressreaktion, Cortisolausschüttung und Neurotransmittern deutlich.
Dadurch ergeben sich auch die weitreichenden Folgen eines gestörten Stresshormonhaushaltes.
Messung von Cortisol
Cortisol wird wie DHEA im Tagesprofil mittels mehrerer Speichelproben gemessen.
Die Messung im Speichel hat den Vorteil, dass nur das freie Hormon erfasst wird.
Gerne lassen wir Ihnen ein Testkit zukommen.
©Enoxylab
DHEA
DHEA (Dehydroepiandrosteron) ist in seiner Sulfatform (DHEAS) die Vorstufe wichtiger männlicher (Androgene) und weiblicher (Östrogene) Geschlechtshormone.
Aufgrund dessen wird DHEA auch als Prohormon bezeichnet. DHEA wird in der Nebennierenrinde gebildet, die Konzentration ist stark altersabhängig, die höchsten Werte werden im Alter von ca. 25 Jahren erreicht und fallen danach stetig ab.
DHEA ist nicht nur Vorläufersubstanz, sondern wirkt auch selbst androgen und anabol, desweiteren ist DHEA ein "Neurohormon", und wirkt als sogenanntes "exzitatorisches Neurosteroid", das in den Gliazellen des Gehirns zu Östradiol und Testosteron umgewandelt wird.
Im Hippocampus wirkt es durch Hemmung der CRH Bildung als Gegenspieler des Cortisols .
Alkohol beschleunigt durch Stimulierung der 17-OH-Oxireduktase Aktivität den Abbau von DHEA .
Positive Wirkungen von DHEA
- wirkt anabol und antikatabol
- verbesserung der Immunfunktion, steigert die zelluläre Immunität (Th1-Zellen, IL-2, IL-12, IFN Gamma), wirkt als Cortisolantagonist.
- steigert die Wirksamkeit von Wachstumshormon (Anhebung von IGF-1)
- verbessert die Blutfette (Cholesterin, Triglyceride, HDL/LDL- Verhältniss
- Senkung des kardiovaskulären Risikos
- Abbau von visceralem Fettgewebe (Bauchfett), dieser Effekt kann jedoch durch vermehrte Umwandlung in Östrogen behindert werden.
- DHEA erhöht die Knochendichte
- schütz vor Trombosen
- stimuliert die Thermogenese
- Diabetesschutz
- Erhalt der Libido
- Steigerung der Potenz
- wirkt Antidepressiv und angstlösend
- Erhöhung von Serotonin und anderen Neurotransmittern
- verlangsamt den Alterungsprozess
DHEA wird wie Cortisol in der Nebennierenrinde gebildet, die Produktion wird dabei durch das Hypophysenhormon ACTH (Adrenocorticotropes Hormon) gesteuert. ACTH regelt auch die Cortisol- Ausschüttung.
Die Folgen von DHEA-Mangel sind genauso vielfältig wie seine positiven Wirkungen. Von einer Substitution mit DHEA profitieren in der Regel nur Personen die niedrige DHEA - Werte aufweisen.
DHEA kann einfach und kostengünstig im Speichel bestimmt werden. Auch zur Überprüfung der Nebennierenfunktion wird DHEA (morgen/abend) und Cortisol (Cortisol-Tagesprofil) gemessen. In Kombination mit anderen Hormonen und Neurotransmittern gibt uns die Labordiagnostik Aufschluss über die Ursachen von Müdigkeit, Depressionen, mangelnder Antriebskraft und vielen anderen Befindlichkeitsstörungen.
©Enoxylab
Dopamin
Dopamin ist ein wichtiger Neurotransmitter (Botenstoff), er wird aus der Aminosäure L-Tyrosin (Phenylalanin=>Tyrosin=>Dopamin) synthetisiert.
Dopamin ist die Vorstufe von Noradrenalin und Adrenalin, erfüllt jedoch auch selbst als Neurotransmitter wichtige Funktionen.
Dopamin und Konzentration
Besonderen Einfluss hat Dopamin auf Bewegung und Koordination, so liegt z.B. bei Parkinson ein Dopaminmangel vor. Dopamin ist unter anderem für die Steuerung der Muskulatur und Durchblutung von Organen verantwortlich. Auch psychische Leistungen wie Konzentration, Wohlbefinden und Motivation sind von Dopamin und anderen Neurotransmittern, wie Noradrenalin und Adrenalin abhängig.
Dopmamin und Übergewicht
In letzter Zeit wird Dopamin auch immer mehr mit Übergewicht bzw. den dafür verantwortlichen Appetit und mangelndes Sättigungsgefühl in Verbindung gebracht.
So greifen die meisten Medikamente die gerade entwickelt werden in den Neurotransmitterhaushalt ein, insbesondere in den Dopaminhaushalt. Ein niedriger Dopaminspiegel führt zu mehr Hunger und mangelnder Appetitkontrolle sowie zu späteren Sättigungsgefühl.
Mittels gezielter Substitution mit natürlichen Aminosäurevorstufen und Co-Faktoren lässt sich der Dopaminspiegel anheben.
Dopamin-Überschuss
Unphysiologisch hohe Dopaminspiegel sind ebenfalls nicht wünschenswert, da Dopamin neurotoxisch wirken kann. Dieses Vorgang der Schädigung von Nervenzellen geht zumeist mit erhöhten oxidativen Stress einher, welcher zum dopaminergen-Zelluntergang beiträgt.
Neben den Zellschädigungen ruft ein hoher Dopaminspiegel, zumeist in Verbindung mit niedrigem Serotonin verschiedenste Beschwerden wie Antriebslosigkeit und chronische Erschöpfung hervor.
Wie wird der Dopaminspiegel gemessen?
Durch gezielte Diagnostik (Urinprobe) können wir Ungleichgewichte im Neurotransmitterhaushalt erfassen und diese einfach und gezielt beheben.
Wichtig ist dabei auch Noradrenalin und Adrenalin zu erfassen, da diese aus Dopamin synthetisiert werden und bei Stressreaktionen eine entscheidende Rolle spielen.
©Enoxylab
Serotonin
Serotonin ist ein wichtiges Neurohormon und Neurotransmitter.
Serotonin wird im Körper aus der Aminosäure Tryptophan (über 5-Hydroxytryptophan) synthetisiert.
Das Hormon Melatonin wird aus Serotonin gebildet.
Das Enzym Tryptophan-Hydroxylase welches für die Umwandlung von Tryptophan in 5-HTP notwendig ist, wir durch verschiedenste Faktoren beeinflusst.
Daher treten bei entsprechender Veranlagung, oder starker Belastung vermehrt niedrige Serotoninspiegel mit entsprechender Symptomatik auf.
Ursachen für eine Hemmung des Serotoninsynthese:
- Hohe Stressbelastung
- Umweltbelastungen
- Erkrankungen
- Mangel an Co-Faktoren (B-Vitamine, Magnesium)
- Genetische Veranlagung
Tryptophanmangel
Da Tryptophan mit mehreren anderen Aminosäuren wie z.B. L-Phenylalanin und
L-Tyrosin, L-Valin, L-Leucin , L-Isoleucin an der Blut-Hirnschranke um die Aufnahme in die Gehirnflüssigkeit in Konkurrenz steht, kann auch ein Tryptophanmangel ursächlich für ein Serotonindefizit sein.
Desweiteren dient Tryptophan nicht nur als "Grundstoff" für die Serotoninsynthese. Ein Großteil des Tryptophans wird zu Kynureninen umgewandelt, welche wichtig für die Immunregulation (.z.B. Entzündung) sind.
Durch den Mehrverbrauch steht weniger Tryptophan für die Serotoninsynthese zur Verfügung, es entsteht ein Tryptophan, Serotonin und Melatonindefizit.
Durch geeignete Aminosäuremischungen kann dieses Defizit behoben werden, und somit auch ohne die Einnahme von 5-HTP ein positiver Effekt erzielt werden.
Wirkungen von Serotonin
Serotonin wirkt im Gegensatz zu anderen Neurotransmittern wie Adrenalin oder Dopamin nicht anregend, sondern im wesentlichen inhibitorisch (dämpfend). Dieser beruhigende Effekt sollte jedoch nicht mit der Wirkung eines Schlafmittels oder ähnlichen verglichen werden.
Serotonin hat auch Einfluss auf den Tonus der Blutgefäße und somit auf den Blutdruck.
Symptome eines Serotoninmangels
- Depressionen
- Schlafstörungen
- Mangelnde Appetitkontrolle
- Migräne
- geringe Stresstoleranz
- Schlafstörungen
- Innere Unruhe
- Angst/Panik
- Heißhunger
- Reizdarm
- Erschöpfung
- Fibromyalgie
- Mangelnde Motivation
Wie wird der Serotoninspiegel gemessen?
Durch gezielte Diagnostik (Urinprobe) können wir Ungleichgewichte im Neurotransmitterhaushalt erfassen und diese einfach und gezielt beheben.
Zusätzlich sollten die Katecholamine Adrenalin, Noradrenalin und Dopamin erfasst werden. Auch andere Neurotransmitter wie GABA, Glutamat oder PEA können, abhängig von der Symptomatik
überprüft werden.
©Enoxylab